Wirtschaft

Aufgrund ihrer Lage im Nordatlantik ist der wichtigste Erwerbszweig die Fischerei und die Fischzucht. Die Färöer besitzen die fünftgrößte Hochsee-Fischfangflotte des Nordatlantiks. Im ganzen Land gibt es fischverarbeitende Betriebe. Rund 12 % der erwerbstätigen Bevölkerung sind in der Fischereiwirtschaft beschäftigt. Deren Produkte machen etwa 95 % des färöischen Exports aus. Jährlich werden mehr als 100.000 Tonnen Fischprodukte exportiert, hauptsächlich Kabeljau, Schellfisch und Seelachs, vor allem nach Großbritannien und in die EU. Die Fischfangzone der Färöer beträgt 200 Seemeilen. Mit Island und Norwegen besteht ein Fischereiabkommen.

Neben der Hochseefischerei gibt es die Küstenfischerei im typischen Färöboot, das es nur auf den Färöern gibt. Traditionell wird hier noch mit der Snella gefischt, einer radförmigen Rolle, an der einige Angelhaken mit Nylonschnur befestigt sind. In zahlreichen Aquakulturen an den Küsten des Landes werden Lachse in großen Netzgehegen gezüchtet. Diese machen rund die Hälfte der Exporte aus und sind daher für die Wirtschaft überlebenswichtig.

Aquakulturen bei Vestmanna (Foto: M. Schmid-Myszka)

Neben der Fischerei kann aufgrund der geographischen Gegebenheiten nur noch etwas Landwirtschaft mit wenig Ackerbau und viel Schafzucht betrieben werden. Färöische Wollprodukte genießen im Ausland einen guten Ruf. Auf der heimischen Speisekarte stehen Lammgerichte weit oben, wovon aber rund die Hälfte des Bedarfs in Dänemark oder im Ausland zugekauft werden muss. Auch alle anderen Güter des täglichen Gebrauchs müssen importiert werden

Seit Mitte der 1990-er Jahre wurde in den Gewässern um die Inseln nach Erdöl gesucht. Erdöl galt als eine große Zukunftshoffnung für die färöische Wirtschaft. Doch nach mehreren Probebohrungen stellte sich heraus, dass eine Förderung nicht wirtschaftlich sinnvoll ist. Daher wurde die weitere Suche im Jahr 2015 eingestellt.