Vágar und Mykines

Während des 2. Weltkrieges hat die britische Schutzbesatzung bei Sørvágur auf der Insel Vágar einen kleinen Flughafen angelegt. Auch heute noch ist der Flughafen neben der Fähre ab Tórshavn die einzige Verbindung zur Außenwelt. Von hier aus fliegt vor allem die färöische Fluglinie Altlantic Airways Ziele auf Island, in Dänemark (vor allem Billund und Kopenhagen), Norwegen, Spanien und Großbritannien an. Es gibt wenige Flughäfen auf der Welt, die beim Anflug ein solch schönes Bild abgeben: Von Westen her sieht man unten im Meer die Inseln Mykines und die Basaltklippen vor Sørvágur liegen. Nicht selten kommt es aber vor, dass die Flugzeuge wegen Nebel nicht landen und starten können, dann ist der Flugbetrieb oft tagelang lahm gelegt.

Blick über Bøur zum Tindhólmur (Foto: Erik Christensen)

Die Insel Vágar ist mit der Insel Steymoy durch einen 2003 fertiggestellten Unterseetunnel verbunden. In Sandavágur befindet sich der alte Hof Á Steig, er war einst Sitz des Løgmaður, des Gesetzeshüters und Løgtingvorstehers. Hier wurde im Jahre 1816 auch V. U. Hammershaimb geboren, der Schöpfer der Färöischen Schriftsprache. Auf Vágar befindet sich auch der größte Süßwassersee der Färöer, der Sørvágsvatn. An diesem See liegt das Dorf Vatnsoyrar, die einzige Siedlung der Färöer, die nicht am Meer liegt.

Bei Sørvágur führt eine kleine Straße nach Bøur und weiter nach Gásadalur. Der Ort ist erst seit 2003 durch einen Tunnel mit der Außenwelt verbunden. Bis dahin galt er als einer der isoliertesten Europas, nur zu Fuß oder mit dem Hubschrauber erreichbar. Durch den Film "1.700 meter fra fremtiden" (1.700 m vor der Zukunft) der dänischen Filmemacherin Ulla Boje Rasmussen, die diesen Umstand thematisiert hat, ist der Ort weit über die Grenzen der Färöer hinweg bekannt geworden.

Gegenüber von Gásaladur liegt die Insel Mykines, die man von Sørvágur aus mit einer kleinen Fähre erreicht. Die Fahrt geht zunächst an den Basaltklippen von Sørvágur vorbei. Die markanteste, Tindholmur, ragt bis 262 m aus dem Meer hinaus. Mykines hat heute nur noch wenige Einwohner, viele Bewohner sind auf die größeren Nachbarinseln gezogen, weil dort das Leben angenehmer ist. Ihre Häuser haben sie teilweise als Sommerhäuser erhalten oder vermieten diese an andere Urlauber. Die wichtigsten Bewohner von Mykines sind daher neben den Touristen die Papageitaucher und Basstölpel, die hier im Sommer in Scharen nisten.