Ausstellung „The Atlantic Cowboy“ von Andrea Gjestvang in Hamburg

In der Hamburger Freelans Galerie findet noch bis 27.10.2022 eine Ausstellung über das beeindruckende Langzeitprojekt „The Atlantic Cowboy“ der norwegischen Fotografin Andrea Gjestvang statt. Es geht um das gesellschaftliche Missverhältnis in der Geschlechterverteilung auf den Färöern.

Die Frauen zieht es zum Studium ins Ausland, die Männer fahren daheim zur See. Leben auf den Färöern bedeutet: viele Jobs in der Fischerei, wenige andere Berufsfelder. Der Fischfang bestimmt nicht nur das wirtschaftliche, sondern auch das gesellschaftliche Leben, aus dem sich die Frauen aber zunehmend herauslösen und emanzipieren. Nur wenige Frauen, die einst gegangen sind, kehren zurück. In dem von 2014 bis 2019 entstandenen Projekt wird untersucht, welche Auswirkungen der Umstand des Männerüberschusses auf die kleinen Inselgemeinden hat. Die Fotografin stellt dabei Fragen nach Tradition, obsoleten Rollenbildern, Identität und sozialer Vereinzelung. Die Norwegerin ist viel auf der Insel herumgereist, hat intensiv recherchiert, Betroffene besucht und zahlreiche Gespräche geführt, bevor sie einige der betroffenen Männer schließlich auf bedachtsame Weise fotografiert hat. Deren Porträts kombiniert sie mit überwältigenden Ansichten eines ebenso faszinierenden wie rauen Lebensraums, der die Existenzbedingungen der dort Lebenden bestimmt. Entstanden ist eine poetisch kontemplative Arbeit mit ernstem Hintergrund, die dem Betrachtenden viel Raum für eigene Reflexion lässt.

FREELENS Galerie, Alter Steinweg 15, 20459 Hamburg
Montag bis Donnerstag von 11 bis 18 Uhr
Freitag von 11 bis 16 Uhr
S1 / S3 bis Haltestelle Stadthausbrücke

www.andreagjestvang.com

(msm - freelens.com)