Sieg gegen Tschechien begeistert die New York Times - Das Fußballmärchen schrieben aber andere Inseln
Die Fußball-Herren-Nationalmannschaft des Färöischen Fußballverbandes FSF unterlag zum Abschluss der Qualifikation zu den Weltmeisterschaften in Nordamerika 2026 trotz eines leidenschaftlichen, mit Wikinger-Pathos gefüllten Briefes von Nationaltrainer Eyðun Klakstein an seine Kicker [1] vergangene Woche standesgemäß mit 1:3 in Kroatien [2], schloss in der Europagruppe L aber dennoch eine bemerkenswerte Serie ab: Knappen Auswärtsniederlagen im Frühjahr gegen Tschechien und Montenegro und einem Sieg gegen Gibraltar folgten eine knappe Heimniederlage gegen Kroatien sowie Heimsiege gegen Montenegro und Tschechien. Dies wurde medial weltweit sehr stark beachtet, bis hin zur New York Times [3]. Diese kleine Serie brachte das FSF-Team zwischenzeitlich zwar in Reichweite einer Position, die zur Teilnahme an den Play-Offs berechtigt hätte, dessen Erreichen aber aller Euphorie zum Trotz nur theoretischer Natur war.
Das Rennen um die Schlagzeile „Krasser Underdog von abgelegenen Insel(gruppe)n erreicht WM-Endrunde“ machten schließlich die WM-Neulinge Kapverdischen Inseln und Curacao sowie Haiti [4]. Nicht zu unterschätzen ist, dass die von der FIFA für die bevorstehende WM vorgenommene Erweiterung des WM-Teilnehmerfeldes von 32 auf 48 Teams maßgeblich solche Konstellationen begünstigt, in denen Underdogs mit guten Erfolgsserien am großen Ruhm schnuppern dürfen. Wohlinformierte Beobachter entlarven diese Regelung als nachmaligen Schachzug von FIFA-Boss Gianni Infantino, genügend Stimmen von zahlreichen kleineren Nationalverbänden für seine Wiederwahlen zu begünstigen [5]. Nichtsdestoweniger hat das FSF-Team mit seinen soliden Vorstellungen in der jüngeren Vergangenheit mittlerweile den Weg in die Mittelklasse des europäischen Fußballs (Weltrangliste Platz 125) zurückgelegt, was mit Respekt und Anerkennung zur Kenntnis zu nehmen ist.
Für das Damen-Nationalteam der Färöer wurde Anfang November die Auslosung für die „2026 Women’s European Qualifiers“ vorgenommen. Unter diesem Markennamen firmiert das Qualifikationsgeschehen zur Fußball-WM 2027 in Brasilien in der UEFA-Konföderation, das erstmals in einem mehrstufig-komplexen Turnierbaum analog zur Nations League ausgetragen wird, ohne diese jedoch zu ersetzen. Die FSF-Elf (Weltrangliste Platz 105) bekommt es in Gruppe C4 zunächst mit Griechenland (Platz 61) und Georgien (Platz 121) zu tun. [6]
(Thomas Blaudeck)
Quellen:
[1] www.kicker.de
[2] www.t-online.de
[3] New York Times, www.nytimes.com
[4] www.kicker.de
[5] www.t-online.de
[6] Fótbóltssamband Føroya (FSF), www.fsf.fo