Regierungswechsel auf den Färöern
Am 26.03.2026 fanden auf den Färöern Neuwahlen zum Løgting statt. Nach dreieinhalb Jahren Mitte-Links-Regierung gibt es jetzt wieder einen Regierungswechsel. Die konservativen Parteien haben wieder eine Mehrheit. Die Partei Fólkaflokkurin gewann 7,8 % dazu. Die sozialdemokratische Partei Javnaðarflokkurin verlor hingegen 7,7 %.
Anders als bei den jüngsten Parlamentswahlen in Dänemark am 24.03.2026 ist das Wahlergebnis auf den Färöern relativ eindeutig. Die beiden Parteien Fólkaflokkurin (26,7%), konservativ, und Sambandsflokkurin (21,5%), sozialliberal, eher konservativ, haben schon früher gemeinsam regiert. Sie brauchen allerdings noch einen Partner, um eine Mehrheit zu haben. Während Fólkaflokkurin sich für eine Ablösung von Dänemark einsetzt, ist Sambandsflokkurin für einen Verbleib in der Union mit Dänemark. Mit 89,5 Prozent war die Wahlbeteiligung insgesamt hoch.
Das Ergebnis im Einzelnen (in Klammern das Ergebnis von 2022):
Fólkaflokkurin 26,7 % (18,9 %)
Sambandsflokkurin 21,5 % (20,0 %)
Javnaðarflokkurin 18,9 % (26,6 %)
Sjálvstýri 3,6 % (2,7 %)
Tjóðveldi 17,4 % (17,7 %)
Framsókn 6,6 % (7,5 %)
Miðfkokkurin 5,3 % (6,6 %)
(https://kvf.fo/lv26)
Die alte Regierung war an der Abstimmung um den Suðuroy-Tunnel zerbrochen. Wie KVF berichtet, war die Wahlbeteiligung aus Tvøroyri auf Suðuroy besonders hoch: 91,8 Prozent der Wahlberechtigten stimmten dort ab, was so interpretiert wird, dass die Inselbewohner sicherstellen wollen, dass der Tunnel auch wirklich kommt.
Der Suðuroy-Tunnel, ein technisch wie finanziell ambitioniertes Projekt, soll über 23 km lang werden. Er wäre somit der zweitlängste Straßentunnel der Welt. Er soll einmal die Inseln Suðuroy und Sandoy verbinden und somit eine durchgehende Straßenverbindung von der Insel Suðuroy zur Insel Streymoy mit der Hauptstadt Tórshavn herstellen.
Beim Thema Suðuroy-Tunnel war sich die Koalition wegen seiner Kosten und auch aufgrund der vorgesehenen Streckenführung nicht einig. Allerdings gab es Befürworter bei der Opposition. Bei der endgültigen Abstimmung dazu am 25.02.2026 gab es 26 Stimmen dafür und sieben Gegenstimmen. Ein Teil der Opposition hatte für die Tunnel-Ausschreibung gestimmt, aber je zwei Mitglieder der Regierungsparteien Tjóðveldi und Framsókn dagegen.
Laut KVF hat sich nach der Wahl das Durchschnittsalter der Abgeordneten verjüngt: die 20-jährige Bjørg Brynhildardóttir Egholm ist jetzt die bisher jüngste Abgeordnete auf den Färöern. Und vermutlich sind es gerade die jungen Wähler, die ihre Hoffnung auf sie setzen: Sie erhielt die meisten persönlichen Stimmen (972) in ihrer Partei, der linken Tjóðveldi, und gehört zu den Top 5 landesweit. Die meisten persönlichen Stimmen insgesamt (1.677) erhielt der erst 29-jährige Beinir Johannesen von der konservativen Fólkaflokkurin, der somit auch neuer Regierungschef werden dürfte.
Quellen: Andrea Seliger (Polarkreisportal), KVF (Kringvarp Føroya) und DR (Danmarks Radio).
(Manfred Schmid-Myszka)