Der Pottwalschädel auf der Walfangstation Við Áir (Foto: Niklas F. Olsen / Tjóðsavnið)

Pottwalschädel in der Walfangstation

Lange ist es her. 2013 strandeten fünf Pottwale im Sund nördlich der Brücke zwischen Streymoy und Eysturoy. Drei davon konnten befreit werden und schwammen wieder aufs offene Meer, aber zwei starben. Einer der beiden wurde auf die Walfangstation geschleppt und dort offiziell als Pottwal Nr. 525 eingetragen und geflenst. Er war damit der erste Wal, der in der Station zerteilt wurde, seit diese in den 1980er Jahren geschlossen wurde. Die Bilder davon gingen um die Welt, denn als der Biologe Bjarni Mikkelsen den Wal aufschnitt, explodierte dieser spektakulär. Das Video dazu ist noch immer auf Youtube zu finden und wurde rund 22 Millionen mal angesehen. Schon damals hieß es, man wolle das Skelett des Wals ausstellen. Jetzt, zwölf Jahre später, ist es endlich soweit. In den letzten Jahren wurde viel auf der Walfangstation við Áir gearbeitet, renoviert und Infotafeln angebracht.

Nun wurde auch der beeindruckende Schädel des Wals ausgestellt, und zwar an der Stelle, an der früher die Wale auch zerlegt wurden. Die Zähne sind allerdings nicht die echten. Denn zum einen sind sie unter freiem Himmel dem Wetter ungeschützt ausgesetzt, zum anderen besteht die Gefahr, dass sie gestohlen werden, denn Pottwalzähne sind wertvoll. Die Originale lagern weiterhin im Lager des Museums. Und so kann nur der Schädel des letzten Wals, der in der Walfangstation við Áir zerlegt wurde, bei einem Besuch der Station besichtig werden. Við Áir ist die einzige vollständig erhaltene Walfangstation der nördlichen Hemisphere aus der Ära des Walfangs und eine von nur zwei auf der ganzen Welt. Die Station kann das ganze Jahr über von außen besichtigt werden, im Sommer werden auch Führungen angeboten und es kann das Innere der Gebäude besichtigt werden.

(Anne Schlösser)