Deutsch-Färöischer Freundeskreis (DFF) e.V.
Färöische Nachrichten

Tunnelprojekt nach Suðuroy vorgestellt

Skúvoy wird als Zwischenstation für Suðuroytunnel eingeplant

ka - Landsverk hat seine ersten Vorplanungen für den Suðuroytunnel vorgestellt. Nach den Planungen wird ein Suðuroy in zwei Tunnelabschnitten gebaut. Von Sandur aus geht es zunächst nach Skúvoy und dann in einem zweiten Tunnel weiter bis Sandvík.

Voraussichtliche Wegeführung des Suðuroytunnels (Bild: Landsverk, www.landsverk.fo)Voraussichtliche Wegeführung des Suðuroytunnels (Bild: Landsverk, www.landsverk.fo)

Gestern Abend stellte Landsverk erste Fakten und Zahlen zum Suðuroytunnel vor. Wenn, dann wird es eine "Zwei-Tunnel-Lösung" geben. Der Tunnel von Sandur nach Skúvoy wird neun Kilometer lang, der Tunnel von Skúvoy nach Sandvík wird 17,2 Kilometer lang. Für diese Tunnelkombination sprechen zwei Gründe: Zum einen können mit dieser Lösung höhere Sicherheitsanforderungen erfüllt werden, zum anderen sind so die Kosten geringer als bei einem direkten Tunnel. Ein direkter Tunnel von Sandoy nach Suðuroy wäre je nach Wegeführung zwischen 22,2 km und 26 km lang.

Während des Themenabends über den zukünftigen Südinseltunnel, der in der Miðnámsskúla in Hov auf Suðuroy veranstaltet wurde, stellten Vertreter von Landsverk Aspekte über mögliche Wegeführungen, Tunnelsicherheit und Planungen bezüglich einer neuen Straße nach Suðuroy vor.

Dabei wurde deutlich, dass die Wahl eindeutig auf die "Zwei-Tunnel-Lösung" fällt. Zum einen aus Sicherheitsgründen, zum anderen aus Kostengründen. Insgesamt ist die Tunnelstrecke einer "Zwei-Tunnel-Lösung" zwar länger, durch die jeweils kürzeren Tunnelstrecken ist die Sicherheit für die Passanten jedoch erheblich höher und die Investitionskosten in den Tunnelbau erheblich geringer.

Die Linienführung wird derzeit wie folgt beschrieben: Auf Sandoy wird der "Suðuroyfarleið" (Südinselstraße) nördlich von Sandur beim heutigen Bauhof von Landsverk von der bestehenden Straße Skopun – Sandur abzweigen und in den Tunneleingang und weiter nach Skúvoy führen. Auf Skúvoy wird der Tunnel südlich des Dorfes die Inseloberfläche erreichen. Die Suðuroystraße wird dort ca. 300 bis 400 m oberirdisch verlaufen, wo auch ein Fahrweg nach Skúvoy bygd abzweigen wird. Dann verschwindet der Straße zur Südinsel wieder unterirdisch und schwenkt nach Sandvík rüber, wo sie südwestlich von Sandvík auf Suðuroy, etwa auf Höhe der heutigen 180 Gradkuve ans Tageslicht kommt.

Dort führt die Straße dann geradeaus weiter in einen neuen Sandvíktunnel nach Hvalba, wo sie in einer neuen Umgehungsstraße den weitläufigen Ort umgehen wird und nach Süden in das Tal "Inni á Dal" weiterführen wird. Am Ende des Tal führt die Straße in einen neuen Hvalbatunnel, der schließlich westlich von Tvøroyri etwa an der Grenze der Inmark zur Außenmark wieder ans Tageslicht kommt. Dort trifft die neue Straße auf die bestehenden Weg von Tvøroyri zum heutigen Hvalbatunnel.

Für das gesamte oben beschriebene Projekt (vier Tunnel + neue Wegeführungen) werden die Kosten auf etwa 3,625 Milliarden Kronen (ca. 483,3 Mio. EUR) beziffert. Jedoch ist das nur grob überschlagen. Die Kosten hängen letztlich stark davon ab, welche Sicherheitsanforderungen für die Tunnel gelten sollen. Also ob der Tunnel in einer einfachen Röhre oder einer Doppelröhre mit autobahnähnlicher Wegeführung gebaut wird. Aufgrund der Länge der Tunnel wird laut Landsverk eine solche Lösung trotz der höheren Kosten ernsthaft in Erwägung gezogen.

Mit der Anbindung Suðuroys und Skúvoys sind dann rund 99% der Einwohner auf den Färöern an das Straßennetz des Hauptlandes angebunden. Lediglich die Inseln Kalsoy, Nólsoy, Hestur, Koltur, Fugloy, Svínoy sowie Stóra und Lítla Dímun sind dann noch auf den Wasser- oder Lufttransport angewiesen.

Mehr zum Thema Suðuroytunnel im nächsten TJALDUR.


05.09.2017

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