Deutsch-Färöischer Freundeskreis (DFF) e.V.
Färöische Nachrichten

Kommt nun auch der Gøtudalstunnel?

Nach Eysturoytunnel weiterer Tunnel für Ballungsraum

ka - Bei der Planung des Eysturoytunnels ist es laut Landsverk zu Versäumnissen der Politik gekommen, die nun die Bewohner von Hoyvík zum einen und am östlichen Skálafjørðurufer zum anderen in den ersten Jahren nach der Eröffnung ausbaden müssen.

Der Gøtudalstunnil würde Skálabotnur mit dem Gøtudalur verbinden und somit die Querung des Passes an der Gøtueiði überflüssig machen (Bild: Landsverk - www.landsverk.fo)Der Gøtudalstunnil würde Skálabotnur mit dem Gøtudalur verbinden und somit die Querung des Passes an der Gøtueiði überflüssig machen (Bild: Landsverk - www.landsverk.fo)

Der Eysturoytunnel wird voraussichtlich 2020 fertiggestellt. Mit der Eröffnung des Tunnels werden sich die Verkehrsströme auf den Färöern ändern wie es bisher nie zuvor durch eine Tunneleröffnung der Fall gewesen ist. Der Verkehr wird sich dann noch mehr auf den zukünftigen Ballungsraum Tórshavn-Skálafjørður-Gøta-Leirvík-Klaksvík konzentrieren. Damit werden große Teile Streymoys und Teile des zentralen Eysturoys, die bisher an der zentralen Verkehrsachse lagen, zu Randgebieten.

Mit der Eröffnung des Eysturoytunnels wird zukünftig der Verkehr zwischen dem Skálafjørður und Tórshavn deutlich zunehmen. Schätzungen gehen von zusätzlich rund 2.400 Fahrzeugen pro Tag aus.

Auf Tórshavner Seite rächt sich nun, dass es keine entsprechend ausgebaute Einfallstraße in die Stadt gibt. Zwar gibt es seit Jahren Ideen und Vorplanungen, doch die Politik hat es versäumt, die Planungen zu konkretisieren um so den Bau einer neuen Einfalls- und Umgehungsstraße bis zur Eröffnung des Eysturoytunnels abzuschließen.

Für Tórshavn schlägt Landsverk vor, eine neue und breitere Straße vom Tunneleingang bei Hvítanes nach Tórshavn zu bauen. Der neue Weg ist veranschlagt mit 166 Millionen Kronen (ca. 22 Mio. EUR). Davon wird das Land 115 Millionen Kronen (ca. 15 Mio. EUR) bezahlen, die Gemeinde Tórshavn 24 Millionen Kronen (ca. 3,2 Mio. EUR) und eine Tunnelgesellschaft würde die restlichen 27 Millionen Kronen (ca. 3,6 Mio. EUR) übernehmen. Zwei Teilstücke der schon seit Jahrzehnten geplanten Umgehungsstraße westlich um Hoyvík sind bereits fertig, ebenso wie zwei Brückenbauwerke. Eines der beiden Teilstücke ist zwar seit über 10 Jahren fertig, allerdings noch immer nicht an das Straßennetz angeschlossen und führt noch immer vom nirgendwo ins nirgendwo. Der Grund sind anderslautende Planungen der Stadt Tórshavn. Seitens des Stadtrats gibt es für die neue Straße eine erheblich aufwendigere Idee. So soll von Hvítanes aus kommend ein weiterer Tunnel unter Hoyvík hindurch zur Ringstraße führen. Das bereits seit Jahren fertige und brachliegende Teilstück samt Brücken für die neue Umgehungsstraße westlich von Hoyvík wäre damit endgültig überflüssig.

Laut Verkehrszählungen fahren derzeit rund 8.000 Fahrzeuge täglich über den Hvítanesvegur, der einzigen Ein- und Ausfallstraße Tórshavns. Auf dem Oyggjarvegur, der alten Bergstraße von Tórshavn ins Kollfjarðardalur, werden täglich rund 600 Fahrzeuge gezählt.

Auf Eysturoy zeichnet sich ein ähnliche verworrenes Bild. Die Straßen auf beiden Seiten entlang des Skálafjørðurs sind derzeit auf zunehmenden Verkehr in Richtung Skálabotnur ausgelegt. Mit der Eröffnung des Eysturoytunnels wird sich der Verkehrsfluss umkehren und in Richtung der Tunneleingänge bei Runavík und Strendur rollen und dabei in Richtung Süden zunehmen.

Landsverk verweist darauf, dass aufgrund der bestehenden Straßenführungen nach der Eröffnung des Eysturoytunnels der Fernverkehr Tórshavn – Gøta/Klaksvík über Runavík fahren wird. Damit werden täglich rund 1.840 Fahrzeuge mehr durch Runavík, Saltangará und Søldarfjørður fahren. Bereits jetzt fahren rund 5.000 Fahrzeuge täglich die Strecke zwischen Runavík und Søldarfjørður, während auf der Westseite des Skálafjørðurs ungefähr 1.700 Fahrzeuge am Tag gezählt werden.

Um den Durchgangsverkehr von Tórshavn in Richtung Gøta aus den bebauten Zonen am Skálafjørður herauszuhalten schlägt Landsverk einen Tunnel von Skálabotnur ins Gøtudalur vor. Dann würde der aus Tórshavn kommende Verkehr in Richtung Klaksvík die Tunnelausfahrt Strendur nehmen und über die bereits bestehenden Umgehungsstraße bei Skála sowie über die noch neu zu bauende Umgehungsstraße um Skálabotnur herum in den neuen Tunnel ins Gøtudalur fahren. Dort käme der Tunnel an der bestehenden Kreuzung der Straße Gøta – Fuglafjørður mit der Straße in den Leirvíktunnel wieder ans Tageslicht, sodass der Verkehr nach Leirvík und Klaksvík geradeaus weiter in den Leirvíkstunnel fahren kann.

Derzeit sind es vom Kreisverkehr im Gøtudalur zum Tunneleingang nördlich von Strendur 23 km. Gäbe es einen Tunnel vom Kreisverkehr im Gøtudalur nach Skálabotnur mit einer anschließenden Umgehungsstraße um Skálabotnur herum, würde die Entfernung nur noch 17 km betragen. Damit könnte man vom Kreisverkehr im Gøtudalur bis nach Tórshavn fahren ohne eine einzige Ortschaft durchqueren zu müssen. Nebenbei kann so auch der 140 m hohe und steile Pass an der Gøtueiði umfahren werden.

Nach Angaben von Landsverk würde das Vorhaben ungefähr 320 Millionen Kronen (ca. 43 Mio. EUR) kosten, wovon für den 3.200 Meter langen Tunnel rund 250 Millionen Kronen (ca. 33 Mio. EUR) veranschlagt sind.

Die Planungen über den Bau des Eysturoytunnels sahen ursprünglich vor, den Durchgangsverkehr auf der Westseite des Skálafjørðurs entlang zu führen. Ausgehend davon, dass der Tunnelmund in Runavík nur von Fahrzeugen mit dem Fahrziel Runavík/Toftir und der östlichen Seite des Skálafjørðurs genutzt wird, ist der Tunnelausgang in Runavík vom Toftavatn zur Róka verlegt worden (etwas westlich des Kreisverkehrs in Runavík, wo der Rókavegur nach Toftir abzweigt). Im Folgenden wurden dann zwar die Planungen für den Eysturoytunnel vorangetrieben, die Planungen für die Verkehrsführung im Hinterland der Tunnelausgänge bei Hvítanes und Strendur jedoch nicht weiter verfolgt.


15.04.2018

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