Deutsch-Färöischer Freundeskreis (DFF) e.V.
Färöische Nachrichten

Umkleideraum für Schwimmbad in Mykines Bygd

Ältestes Schwimmbecken der Färöer wird aufgewertet

cn / ka – Auf den Färöern gibt es die wahrscheinlich größte Freibaddichte der Welt. In vielen Dörfern gibt oder gab es kleine Schwimmbecken in Bächen, die mittels einer kleinen Staumauer zu kleinen Naturbadeseen aufgestaut wurden.

Bei der Arbeit auf der Baustelle am Schwimmbecken in Mykines Bygd (Bild: Facebookseite Bygda Og Ungmannafelagið Súlan)Bei der Arbeit auf der Baustelle am Schwimmbecken in Mykines Bygd (Bild: Facebookseite Bygda Og Ungmannafelagið Súlan)

In diesen wurde an mehr oder weniger warmen Sommertagen gebadet, die Kinder konnten schwimmen lernen und einfach in dem zum Atlantik vergleichsweise warmen Wasser spielen. Am bekanntesten dürfte das Schwimmbecken in Gjógv sein, wo an sonnigen Tagen im Sommerhalbjahr oftmals Kinder spielen. Doch wer mit offenen Augen durch die färöischen Dörfer wandert, findet in nahezu allen Dörfern diese kleinen Stauseen in Bächen. Bedingt durch die Unwegsamkeit der färöischen Landschaft brauchte jedes Dorf sein eigenes Schwimmbecken, denn mal eben zum Schwimmen ins Nachbardorf, das war noch vor weniger als 100 Jahren unmöglich.

Das Schwimmbecken in Mykines Bygd, dem kleinen Dorf auf der westlichsten Insel der Färöer, befindet sich am oberen Ende des Dorfes unterhalb des Wasserfalls. Mit einer Betonmauer wurde der Dorfbach hier am oberen Ende des Dorfes aufgestaut und mit einer entsprechenden Seitenwand ein beträchtliches Schwimmbecken geschaffen, welches im Vergleich zu anderen färöischen Dorfschwimmbecken groß ist. Noch immer wird das Schwimmbecken im Sommerhalbjahr gut genutzt.

In der Blühtezeit des Dorfes stand neben dem Schwimmbecken noch eine Hütte, in der sich die Badegäste umkleiden konnten. Doch in den Jahren des Niederganges des Dorfes nach dem 2. Weltkrieg – als der Ausbau der Färöer zu einer mitteleuropäischen Wohlstandsgesellschaft begann - verfiel die nicht unbedingt notwendige Infrastruktur immer mehr und so wurde auch die Umkleidehütte vor etwa 30 bis 40 Jahren abgerissen. Nur die beiden Seitenwände blieben übrig. Sichtbar wird der Niedergang des abgelegenen Dorfes, wenn man die Einwohnerzahlen vergleicht: Während 1940 noch 170 Menschen auf Mykines lebten, waren es 1985 noch 28 Personen (2017: 14 Personen).

Doch nun tut sich wieder was am alten Schwimmbecken auf Mykines. Zusammen mit dem Bygda Og Ungmannafelag Súlan bauen die Insulaner seit Anfang August die alte Umkleidehütte am Schwimmbecken wieder auf. Bereits im Juni waren die ersten Vorarbeiten für den Wiederaufbau zu sehen.

Das erste Schwimmbecken der Färöer wurde 1927 im Dorf auf Mykines unterhalb des kleinen Wasserfalls gebaut. Der bekannte und sportbegeisterte Lehrer Poul N. Pedersen trieb dieses Bauvorhaben maßgeblich voran und organisierte nach der Fertigstellung des Schwimbeckens sogar mehrere Sportveranstaltungen in Mykines Bygd.

Auf dem ersten Bild sieht man die Arbeiter auf der Baustelle am Schwimmbecken, das alte Bild zeigt die alte Umkleidehütte von früher. Auf dem dritten Bild ist das Schwimmbecken zu sehen.


15.08.2017

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