Deutsch-Färöischer Freundeskreis (DFF) e.V.
Färöische Nachrichten

Alle Besucher sind Willkommen

Färöer machen Ende April nicht „dicht“

ka – In den letzten Tagen war in vielen Medien zu lesen, dass die Färöer am letzten Aprilwochenende für ausländische Besucher geschlossen sind. Diese Meldungen haben nichts mit der Wirklichkeit zu tun und fallen unter die Katergorie Fake-News!

Touristen sollen bei Wegeinstandsetzung helfen - doch die Markeingkampagne wird zum Rohrkrepierer (Bild: Klaus Averberg)Touristen sollen bei Wegeinstandsetzung helfen - doch die Markeingkampagne wird zum Rohrkrepierer (Bild: Klaus Averberg)

Die neuste Marketingkampagne von VisitFaroeIslands war ein makelloser Rohrkrepierer. Anders lässt sich die offizielle Verbreitung von Fehlinformationen und unwahren Geschichten nicht beschreiben.

VisitFaroeIslands verkündete über eine Mitteilung auf seiner Webseite und per Pressemitteilung, dass die Färöer am vom 26. bis 28. April für ausländische Besucher gesperrt sind und nur für 100 ausgewählte Helfer geöffnet sind, die bei der Reparatur und Wartungsarbeiten auf den Inseln helfen. Dabei sollen laut VisitFaroeIslands auch neue Wege angelegt werden, Aussichtsplattformen gebaut werden und Wegweiser aufgestellt werden, damit die Touristen den Weg finden.

Diese Meldung schlug in den internationalen Medien ein wie eine Bombe. Innerhalb eines Tages nach der Pressekonferenz lagen VisitFaroeIslands hunderte Bewerbungen von interessierten freiwilligen Helfern aus ganz Europa, Amerika und sogar aus Australien vor.

Die deutsche Presse Agentur titelte „Die Färöer machen dicht / Auch die Inselgruppe im Nordatlantik muss mal renovieren – und bittet 100 Touristen um Hilfe“. In dem Bericht, der in zahlreichen deutschsprachigen Tageszeitungen abgedruckt wurde, war die Rede davon, dass der Vorteil einer Inselgruppe wäre, dass diese einfach dichtmachen könne, wenn die Touristen stören. Diese sollten draußen bleiben, wenn die Inseln renoviert werden und aufgeräumt wird für die neue Touristensaison. „Heerscharen von Urlaubern stehen da nur im Weg rum und bleiben besser weg“. Auch der öffentlich rechtliche Sender ARD übernahm diese Nachricht, ebenfalls ohne weitere Hinterfragung auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

Am weitesten trieb es der amerikanische Fernsehsender CNN. Hier wurde nicht nur gemeldet, dass die Färöer an diesem Wochenende für Touristen schließen, sondern darüber hinaus wurde noch erwähnt, dass alle Hotels geschlossen seien und kein Flugverkehr von und zu den Inseln stattfinden würde. Die Färinger würden sich an diesem Wochenende mit der Renovierung und Instandsetzung ihrer Inseln beschäftigen und ihre Inseln auf die Besucher der Touristensaison 2019 vorbereiten.

Dass diese Meldungen bei Besuchern eher Kopfschütteln, Verwunderung und Besorgnis auslöst statt Begeisterungsstürme, damit haben die Verantwortlichen von VisitFaroeIslands wohl nicht gerechnet. Viele Leute waren verunsichert, ob nun gebuchte Reisen storniert werden mussten und wer die Kosten dafür übernehmen würde.

Auf der Reisemesse „Ferie for alle“, die vom 21. bis 23. Februar im dänischen in Herning stattfand, war diese Meldung das große Thema des Tages, obwohl VisitFaroeIslands gar nicht auf der Messe vertreten war.

Viele Menschen, die bereits Reisen über dieses Wochenende gebucht hatten, fragten persönlich bei VisitFaroeIslands nach. Nach Angaben der Tourismusbehörde mussten Mitarbeiter sehr viele besorgte Nachfragen beantwortet und erklären, dass alle Gäste willkommen sind, auch wenn sie nicht an den Instandsetzungsarbeiten teilnehmen.

Das dänische Nachrichtenportal standby.dk sprach mit Verantwortlichen der Tourismusbehörde von der Landesregierung über dieses Thema und brachte in Erfahrung, dass alle Menschen, Färinger wie nicht-Färinger, an dem genannten Wochenende nach Ostern (26. - 28. April 2019) herzlich Willkommen sind. Jeder ist jederzeit Willkommen auf den Färöern, unabhängig davon, ob er zu den beworbenen Instandsetzungsarbeiten eingeladen ist oder nicht.

Scharfe Kritik musste VisitFaroeIslands von färöischen Unternehmern für diese Marktingkampagne einstecken. Der Geschäftsführer der Marketingfirma Nudlavirkið sagte gegenüber KVF in Dagur og Vika, dass es für das Ansehen der Färöer sehr schädlich ist, wenn mit unwahren Geschichten Werbung gemacht wird. Diese Marketingkampagne verursacht Verunsicherung bei den Touristen und schadet dem Ansehen der Färöer. Guðrið Højgaard, Geschäftsführerin von VisitFaroeIslands, entgegnete dem, dass nichts unwahres gesagt worden sei.

Der Kern der Meldung ist eigentlich nur Folgender:

VisitFaroeIslands lädt am letzten Wochenende im April 100 Ausländer ein um bei der Instandsetzung von sechs touristisch interessanten Orten zu helfen. Diese betreffenden Orte sind Folgende, wobei es sich in der Regel um die alten Verbindungswege handelt bzw. um die Aussichtsstelle auf dem Trælanípa.

- Mykines
- Gásadalur
- Gjógv
- Kirkjubøur
- Oyndarfjørður / Elduvík
- Trælanípa (bei Miðvágur)

Je nach Bedarf werden an den oben genannten Orten Ausbesserungsarbeiten vorgenommen. Entsprechend können diese bestimmten Orte, wo die Arbeiten stattfinden dann nicht oder nur erschwert zugänglich sein.

Übernachtung, inländischer Transport und Verpflegung für die 100 ausländischen Arbeitsgäste übernimmt VisitFaroeIslands. Am Samstag Abend wird für alle freiwilligen Helfer ein Festmenü veranstaltet.


01.03.2019

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