Deutsch-Färöischer Freundeskreis (DFF) e.V.
Färöische Nachrichten

800 Besucher im SALT

Aus Salzsilo wird Veranstaltungshalle

ka - Am Sonntag wurde die Veranstaltungshalle in Drelnes auf Suðuroy eröffnet und zum ersten Mal nach dem Umbau von einem alten Salzlager zu einer Veranstaltungshalle getestet.

Aus Alt macht Neu: Das Salzsilo in Drelnes auf Suðuroy (Bild: Albert Isfeld - www.samfundet-sverige-faroarna.se)Aus Alt macht Neu: Das Salzsilo in Drelnes auf Suðuroy (Bild: Albert Isfeld - www.samfundet-sverige-faroarna.se)

Ein Konzert der besonderen Art fand am vergangenen Sonntag in der neuen Veranstaltungshalle in Drelnes auf Suðuroy statt. Der neue Konzertsaal der besonderen Art wurde auf seine Klangeigentschaften getestet und so wurde Musik aus allen Richtungen geboten.

Das Blasorchester, die Musikschüler, Geigen, Gitarren, Gesang und Heavy Metal wurde den Zuschauern im SALT geboten. So wurde getestet, wie der Klang „von weich bis hart“ in der Halle rüberkommt. Der Umbau ist noch nicht abgeschlossen, jedoch ist der Konzertsaal soweit fertig, dass der erste Test zum Klang stattfinden konnte.

Um den Stimmungstest so realitätsnah wie möglich zu gestalten, waren alle Interessierten eingeladen, bei diesem Konzert dabei zu sein. Insgesamt fanden 800 Zuschauer den Weg zu diesem besonderen Testkonzert im SALT, wo alle Musikrichtungen zu hören waren.

Am 17. Februar 2011 beschloss die färöische Landesregierung, 20 Millionen Kronen für den Umbau des Salzsilos in Drelnes zu einem Kultur- und Veranstaltungshaus zu bewilligen. Zuvor hatten bereits das dänische Folketing 18 Millionen Kronen und der Mærskfond weitere 20 Millionen Kronen für den Umbau des Salzsilos zu einem Konzertsaal zugesagt.

Die Geschichte des Salzsilos

Drelnes liegt in der Nähe des Anlegers der Smyril, westlich von Krambatanga auf der Südseite des Trongisvágsfjørðurs, an dessen Nordseite Tvøroyri liegt, die Hauptstadt von Suðuroy. Ursprünglich befand sich in Krambatanga den dreißiger Jahren nur ein kleiner Kai für den Umschlag von Kohle, dessen Abbau in den dreißiger Jahren wieder aufgenommen wurde. Eine Seilbahn verband den Kohlehafen mit den Bergen oberhalb vom Trongisvágsfjørður. Einige Meter weiter westlich, in Drelnes, wurde 1938 ein neugebautes Salzsilo in Betrieb genommen, wo insgesamt 10.000 Tonnen Salz gelagert werden konnten. Dieses Salzsilo wurde betrieben von der A/S North Atlantic Salt Co, einem franzöisisch-färöischen Gemeinschaftsunternehmen, die das Salz von Ibiza her auf die Färöer holten und schließlich im Salzsilo zwischenlagernten. Das Salz wurde für die Frischhaltung von Fisch verwendet.

Während des zweiten Weltkrieges wurden die von den Briten besetzten Färöer ebenso wie deren Schiffe bombardiert. Unter anderem wurde auch das Salzsilo zerstört. Am 9. Oktober 1941 wurde das Salzsilo von einer Bombe getroffen und es stieg eine enorme Salssäule in den Himmel. Nach dem Krieg wurde das Salzsilo wieder aufgebaut war noch einige Jahre in Betrieb. Im Jahr 1963 wurde das Salzsilo von der färöischen P/F Saltsølan á Drelnesi übernommen, der Kai im benachbarten Krambatanga wurde ausgebaut und es wurde eine Fischmehlfabrik sowie ein Handelshafen errichtet.

Heute fährt die Smyril vom ehemaligen Handelshafen in Krambatanga bei Drelnes bis zu drei mal am Tag nach Tórshavn und verbindet die Insel Suðuroy so mit den Hauptinseln. Der Hafen wie er heute besteht, wurde 1988 errichtet.

Seit den 80er Jahren gab es für das ehemalige Salzsilo in Drelnes keine Verwendung mehr und so verfiel das Gebäude in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr. Der Architekt Albert Isfeld aus Tórshavn beschrieb auf der Webseite der Gemeinde Tórshavn, wie er auf dem Gelände in seiner Kindheit und Jugend spielte und wie sich seine Begeisterung entwickelte von der fantastischen Bogenform, der parabelförmigen Betonkonstruktion des Gebäudes. Albert Isfeld sagt, dass die Zeichnungen des Gebäudes aus Frankreich stammen und das Silo in Drelnes einem Typ entspricht, der in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhundert in Italien und insbesondere in Frankreich gebaut wurde.

Doch es gab noch Ideen für das enorme Gebäude mit einer Fläche von 1.100 Quadratmetern, mit einer Abmessung von 45 x 25 Metern. Im Mai 2010 wurde ein Konzert mit vielen Artisten und insgesamt 1.200 Zuschauern im damals noch verfallenen Salzsilo organisiert, zu Gunsten des Erhaltungsprojektes SALT für den Erhalt des Salzsilos. Die Klänge und Worte hallten weit aus dem Salzsilo hinaus und kein Jahr später waren die Gelder für den Umbau des Salzsilos in eine Konzert- und Veranstaltungshalle beisammen. Und schon bald können die Färöer internationale Musiker in einen richtigen Konzertsaal einladen - die der Elbphilharmonie in Hamburg in nichts nachsteht.


Einen ebenfalls sehr lesenswerten Bericht auf Schwedisch über das Salzsilo gibt es bei den schwedischen Färöerfreunden "Samfundet Sverige-Färöarna": http://samfundet-sverige-faroarna.se/artiklar/126-saltsilo-blir-kultur-och-konserthus


09.05.2017

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