Vágar und Mykines

Vágar und Mykines

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Während des 2. Weltkrieges hat die britische Schutzbesatzung auf Vágar in einer Ebene bei Sørvágur einen kleinen Flughafen angelegt. Es gibt wenige Flughäfen auf der Welt, die beim Anflug auf dem Flughafen ein solch schönes Bild abgeben: Beim Anflug von Westen her sieht man die Inseln Mykines und die Basaltklippen vor Sørvágur unter im Meer liegen, wenn nicht gerade Nebel die Sicht versperrt oder die Landung unmöglich macht. Nicht selten kommt es vor, dass die Flugzeuge wegen Nebel nicht landen und starten können, dann ist manchmal tagelang der Flugbetrieb lahm gelegt. So kann ein Flug von Dänemark statt 2,5 Stunden 2, 3 oder 4 Tage dauern. Trotzdem ist der Flughafen neben der Norröna die einzige Verbindung zu Außenwelt. Von hier aus fliegt die färöische Fluglinie Altlantic Airways Ziele auf Island, Dänemark (vor allem Billund und Kopenhagen) in Norwegen und in Großbritannien an.

Die Entfernung nach Tórshavn beträgt, seit 2003 der Tunnel unter dem Vestmannasund fertig gestellt worden ist, 49 km. Vorher musste man vom Flughafen nach Oyragjógv um von hier aus mit der Fähre weiter nach Vestmanna zu fahren. Erst von Vestmanna konnte man nach Tórshavn durchfahren.

In Sandavágur befindet sich auch der Hof Á Steig, er war Sitz des Løgmaður, des Gesetzeshüter und Løgtingvorsteher. Hier wurde im Jahre 1816 auch V. U. Hammershaimb geboren, der Schöpfer der Färöischen Schriftsprache.

Auf Vágar befindet sich der größte Süßwassersee der Färöer, der Sørvágsvatn. An diesem See liegt das Dorf Vatnsoyrar, die einzige Siedlung der Färöer, die nicht am Meer liegt.

Bei Søvágur führt eine kleine Straße rechts Richtung Bøur. Hinter dem Ort endet die Straße plötzlich vor einem Berg, wo im Jahre 1990 ein Tunnel durch den Berg nach Gásaladur gebaut werden sollte. Doch es war bereits zu spät. Die plötzlich hereinbrechende Wirtschaftskrise machte einen Bau unmöglich, es war kein Geld mehr für solche Projekte da. So endete die Straße mitten in der Landschaft vor einem Berg.

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Durch den Film "1.700 meter fra fremtiden" (1.700 m vor der Zukunft) der dänischen Filmemacherin Ulla Boje Rasmussen, die diesen Umstand thematisiert hat, ist der Ort weit über die Grenzen der Färöer hinweg bekannt geworden.

So erreichte man den Ort Gásaladur bis vor Kurzem nur 3-mal pro Woche mit dem Hubschrauber – vielleicht, wenn nicht gerade Nebel oder Sturm herrschte – oder eben zu Fuß. Von Bøur aus führt der alte Verbindungsweg an der Küste entlang auf die Berge. Wenn die Passhöhe auf 700 m Höhe erreicht ist, geht es steil hinab nach Gásaladur, eingeschlossen von einem rund 700 m hohen Bergkamm. Nun aber sieht es so aus, als dass die Zukunft für die 15 Einwohner endlich kommt. Denn Briefträger Solberg Henriksen aus Gásaladur, der zweimal in der Woche den Sack mit der Post über den Bergsattel nach Bøur und zurück getragen hatte, bis er diese Aufgabe 1993 in die Hände eines jüngeren legen musste, löste am 23. Dezember 2003 den entscheidenen Sprengschuss aus, der den endgültigen unterirdischen Durchbruch nach Gásaladur brachte. Wenn auch die neue Straße aus Sicherheitsgründen vorerst nur auf eigene Gefahr benutzt werden darf, wird wohl bald auch Gásaladur ein ganz normales färöisches Dorf sein. Die außergewöhnlich Geschichte, bis zum Jahre 2004 ohne Straße überlebt zu haben, bleibt jedoch.

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Praktisch gegenüber von Gásaladur sieht man Mykines liegen. Mykines erreicht man von Søvágur aus mit dem Postboot Súlan. Die Fahrt geht zunächst an den Basaltklippen von Sørvágur vorbei. Die markanteste, Tindholmur, ragt bis 262 m aus dem Meer hinaus.

Mykines hat heute noch 21 Einwohner, viele Färinger sind auf die großen Inseln gezogen weil dort das Leben angenehmer ist. Ihre Häuser haben sie teilweise als Sommerhäuser erhalten oder vermieten diese an andere Urlauber. Die wichtigsten Bewohner von Mykines sind daher die Papageitaucher und Basstölpel, die hier im Sommer in Scharen leben.